baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Tarkine-Wildnis, Tasmanien, Australien

 

Der Großteil dieser großartigen bewaldeten Wildnis ist leider immer noch nicht formal geschützt und derzeit durch den Bergbau bedroht1. Er ist weitgehend unberührt und wurde nicht einmal von den Ureinwohnern besiedelt2. Im Gegensatz zu den wärmeren Teilen Australiens, vermieden die Ureinwohner die Regenwälder in Tasmanien3. Große zusammenhängende unberührte gemäßigte Laubwälder sind Weltweit so selten, dass die ganze Tarkine-Wildnis als Nationalpark so schnell wie möglich geschützt werden sollte. Bisher hat nur der Savage-River-Nationalpark (180 km2) einen formalen Schutz erreicht.

 

Im Gegensatz zum südwestlichen Tasmanien sind die fruchtbaren Böden häufig in der Tarkine. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 1600-2000 mm 4. Deshalb sind die kühl-gemäßigten Regenwälder häufig und gut entwickelt. Ihre wichtigsten Baumarten sind Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche), Atherosperma moschatum und Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme). Die höchste von ihnen ist N. cunninghamii (das höchste gemessene Exemplar ist 46,7 m 5); diese ist in der Regel dominant auf den fruchtbaren Böden. In der Tarkine-Wildnis ist Phyllocladus aspleniifolius (Tasmanische Blatteibe) der einzige Nadelbaum6; er ist häufig in Regenwälder auf den ärmsten Böden7 aber auf den fruchtbaren Böden kann er nicht mit den Angiospermen konkurrieren. A. moschatum ist die einzige Schattbaumart aber er kann nur selten die Dominanz gewinnen - sogar auf den fruchtbaren Böden8. Die Gründe dafür sind Dürre verursacht durch langsame Durchwurzelung des Bodens von den jungen Sämlingen9 und die Anfälligkeit für die Pflanzenfresser8. Auf den ärmeren Böden besetzt Anodopetalum biglandulosum oft den Unterwuchs und bildet ein undurchdringliches Gewirr von nahezu horizontalen Stämmen. Die Baumartenvielfalt ist relativ gering und die meisten Arten sind relativ leicht zu identifizieren. Tarkine enthält 1800 km2 Regenwald und zusätzlich 400 km2 Eukalyptuswald10 (insbesondere E. obliqua und E. nitida), die trotz gleicher Niederschlagmenge nicht als Regenwald in Australien betrachtet wird3. Die anspruchslose und variable E. nitida, der auf armen Böden als buschartiger niedrige Baum wächst, wird ein großer Baum auf den fruchtbaren Böden in der Tarkine11.

 

Es gibt fast keine Infrastruktur. Markierte Wanderwege gibt es nur an den Rändern der Wildnis. Wenn Sie beabsichtigen, außerhalb der Wanderwege zu wandern, müssen Sie zuerst Zugang zu dem Gebiet finden: viele der alten Forstwegen, die an die Ränder der Tarkine führen, sind völlig zugewachsen und Sie müssen auch Flussüberquerungen finden. Wandern ist einfach im gut entwickelten Regenwald auf ebenem Gelände, weil der Unterwuchs aufgrund des dichten Kronendachs offen ist. Allerdings gibt es auch viele steile Hänge und offeneren Wald.

 

Referenzen:

 

1       http://www.tarkine.org/

2       Jackson, W. (2005): Palaeohistory of vegetation change: The last 2 million years. In Reid, B., Hill, R., Brown, M. & Hovenden, M. (Eds.): Vegetation of Tasmania, 64–88. Australian Government, Canberra.

3       Adam, P. (1992): Australian Rainforests. Oxford University Press.

4       Jackson, W. (2005): The Tasmanian Environment. In Reid, B., Hill, R., Brown, M. & Hovenden, M. (Eds.): Vegetation of Tasmania, 11–38. Australian Government, Canberra.

5       Forestry Tasmania, E-Mail (2010).

6       Kirkpatrick, J. B. & Backhouse, S. (2004): Native Trees of Tasmania. Pandani Press.

7       Gibson, N., Barker, P. C. J., Cullen, P. J. & Shapcott, A. (1995): Conifers of Southern Australia. In Enright, N. J. & Hill, R. S.: Ecology of the Southern Conifers. Smithsonian Institution Press.

8       Read, J. 2005: Tasmanian Rainforest Ecology. In: Reid, B., Hill, R., Brown, M. & Hovenden, M. (Eds.): Vegetation of Tasmania, 160–197. Australian Government.

9       Read & Hill (1988): The Dynamics of Some Rainforest Associations in Tasmania. Journal of Ecology (1988), 76, 558–584.

10    Pullinger, P., Tarkine National Coalition, Pers. Mitteilung (2006).

11    Boland et al. (1985): Forest trees of Australia. CSIRO.

 

Video:

 

http://www.youtube.com/watch?v=b9ZPzl5bdoM

 

 

 

Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche) -domierter Wald. Auch Atherosperma moschatum und Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme).
Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche), links; Atherosperma moschatum und Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme), mit glatter Rinde im Hintergrund; Dicksonia antarctica (Australischer Taschenfarn), rechts und im Hintergrund. Meereshöhe 180 m.
Atherosperma moschatum -dominierter Wald.
Stephens Rivulet. Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche) im Hintergrund; Dicksonia antarctica (Australischer Taschenfarn), links; Anopterus glandulosus (Tasmanischer Lorbeer), am linken Rand.
Eastons Creek. Meereshöhe 250 m. Acacia melanoxylon (Schwarzholz-Akazie), Mitte, mit runder Krone; Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme), mit weißen Blüten.
Blue Peak. Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme) -Blätter, links; Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche) -Blätter, rechts.
Dicksonia antarctica (Australischer Taschenfarn).
Dicksonia antarctica (Australischer Taschenfarn).
Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche), Durchmesser 225 cm.
Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche).
Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche) -Krone; junge Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme) -Bäume mit weißen Blüten, links und rechts.
Ca. 25 m hohe Atherosperma moschatum -Bäume, rechts; auch Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche), links.
Atherosperma moschatum.
Ca. 25 m hohe Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme); Atherosperma moschatum -Blätter, rechts.
Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme).
Anodopetalum biglandulosum.
Eucalyptus nitida. Meereshöhe 350 m.
Ca. 40 m hoher Eucalyptus obliqua; Anopterus glandulosus (Tasmanischer Lorbeer), die dünnen Stämme unmittelbar hinter dem E. obliqua; Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche), im Hintergrund.
Ca. 40 m hoher alter Eucalyptus obliqua.
Leptospermum lanigerum; Anopterus glandulosus (Tasmanischer Lorbeer) -Blätter, links; Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme) -Blätter, rechts.
Krone von ca. 20 m hohen Leptospermum lanigerum; Atherosperma moschatum -Blätter, links; Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme) -Blätter, Mitte unten; Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche) -Blätter, oben rechts.
Nematolepis squamea über Stephens Rivulet; Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme) -Blätter und weiße Blüten, rechts.
Cenarrhenes nitida, der Stamm und die langen Blätter; die kurzen Blätter sind von Anodopetalum biglandulosum.
Acacia melanoxylon (Schwarzholz-Akazie).
Pomaderris apetala.
Ca. 15 m hohe Phyllocladus aspleniifolius (Tasmanische Blatteibe).
Nothofagus cunninghamii (Tasmanische Scheinbuche), hohe dunkle Kronen; Eucryphia lucida (Tasmanische Scheinulme) mit weißen Blüten. Meereshöhe ca. 300 m.
Einige Bäume vom Tarkine.