baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Biosphärenreservat Rhön, Deutschland

 

Das Biosphärenreservat ist meistenteils Kulturlandschaft und nicht wirklich geschützt, aber es gibt einige kleine Schutzgebiete mit urigem Charakter.

 

Das Naturwaldreservat Eisgraben (28 ha) ist ein Schluchtwald um den Bach Eisgraben. Die Meereshöhe ist 625–735 m. Der Heutige Zustand der Schlucht geht auf einen Wolkenbruch im Jahr 1834 zurück, der gewaltige Basaltblöcke weit hinunter verschleppte1. Auf den oberen Hängen gibt es jüngeren Wald und alte gesägte Stumpfen, aber die unmittelbare Umgebung des Baches ist zumindest stellenweise Urwaldartig mit vielen gefallenen Bäumen. Der Boden ist nährstoffreicher Basaltboden1. Die am häufigsten vorkommenden Baumarten sind Rotbuche (Fagus sylvatica) und Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus). Auch die Bergulme (Ulmus glabra) ist in der Vergangenheit häufig gewesen, aber das Ulmensterben (Ophiostoma spp.) hat die meisten getötet; Jungwuchs ist trotzdem vorhanden. Einige andere Arten kommen in geringeren Maßen vor, alle sind leicht zu identifizieren. Der unstabile Blockboden vom Schluchtwald reduziert die Konkurrenzfähigkeit der Rotbuche und begünstigt dadurch die Mischbaumarten2 3. Besonders große Bäume gibt es nicht. Es gibt Wanderwege und außerhalb dieser ist das Wandern auch erlaubt (auch wenn ziemlich schwer).

 

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Mitteleuropa unberührte Hochmoore, welche sich in ihrer Größe außer Sichtweite erstreckten4. Heute ist das Naturwaldreservat Schwarzes Moor (59 ha) eines der letzten intakten Hochmoore Mitteleuropas, das bereits seit 1914 unter Naturschutz steht1. Es liegt nur zwei Kilometer vom Naturwaldreservat Eisgraben entfernt in einer Meereshöhe von 625–735 m. Die zentrale Hochmoorfläche hat eine sehr offene einige Meter hohe Waldkiefer (Pinus sylvestris) -Bestockung. In den Randlagen werden die Bäume höher und die Waldkiefer bildet zusammen mit der Moor-Birke (Betula pubescens) einen offenen niedrigen Wald. Die Birke wird auch Karpaten-Birke (B. pubescens var. glabrata) genannt, aber diese wird in einer neueren Monografie5 als ein Synonym von var. pubescens betrachtet. In den Randlagen kann man stellenweise alte Spuren von menschlichem Einfluss sehen. Ein Bohlensteg führt durch das Moor.

 

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt über 1000 mm 1.

 

Referenzen:

 

1       Sperber, G. & Thierfelder, S. (2005): Urwälder Deutschlands. BLV Verlagsgesellschaft mbH.

2       Schmidt, O. & Roloff, A. (2010): Acer pseudoplatanus. In Roloff, A. et al. (Eds.): Bäume Mitteleuropas. Wiley-VCH.

3       Mackenthun, G. (2006): Ulmus glabra. In Schütt, P. et al. (Eds.): Enzyklopädie der Laubbäume. Nikol.

4       Ellenberg, H. (1996): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen. Ulmer.

5       Ashburner, K. & McAllister, H. (2013): The Genus Betula, A Taxonomic Revision of Birches. Royal Botanic Gardens.

 

Offizielle Websites:

 

http://biosphaerenreservat-rhoen.de

 

http://www.lwf.bayern.de/biodiversitaet/naturwaldreservate/065717/index.php


Eisgraben. Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus, im Vordergrund links), Gemeine Esche (Fraxinus excelsior, im Hintergrund rechts mit rötlicher Rinde), Rotbuche (Fagus sylvatica, die meisten anderen Bäume).
Eisgraben. Rotbuche (Fagus sylvatica, glatte graue Rinde), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus, links), tote Bergulme (Ulmus glabra, mitte), Gemeine Esche (Fraxinus excelsior, links neben der Bergulme).
Eisgraben. Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus, rechts), Rotbuche (Fagus sylvatica, die meisten anderen, auch gefallenen, Bäume).
Schwarzes Moor, zentraler Teil. Waldkiefer (Pinus sylvestris) und Moor-Birke (Betula pubescens).
Schwarzes Moor, vom zentralen Teil zum Moorrand. Waldkiefer (Pinus sylvestris) und Moor-Birke (Betula pubescens).
Schwarzes Moor, Moorrand. Waldkiefer (Pinus sylvestris) und Moor-Birke (Betula pubescens).
Schwarzes Moor, Moorrand. Waldkiefer (Pinus sylvestris).