baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Garajonay-Nationalpark, Kanarische Inseln, Spanien

 

Der Garajonay-Nationalpark auf der Insel La Gomera beheimatet den größten (40 km2) und am besten erhaltenen Lorbeerwald auf den Kanarischen Inseln1, obwohl noch besser erhaltene Wälder von der gleichen Waldformation auf Opens internal link in current windowMadeira existieren. Der Park ist auch ein UNESCO-Weltnaturerbe.

 

Da die vulkanischen Kanarischen Inseln nie mit einem Kontinent verbunden waren2, ist die Baumartendiversität gering. Tatsächlich wird der Lorbeerwald von Garajonay nur von etwa 20 Baumarten gebildet1. Die Waldformationen variieren von niedrigen Dickichten an den exponierten Standorten und in den trockeneren Höhenlagen, die von Erica arborea (Baum-Heide), Morella faya (Makaronesischer Gagelbaum) und Ilex canariensis (Kanaren-Stechpalme) dominiert werden, bis zum hohen subtropischen Wald mit wenig Unterwuchs in geschützten Tälern, in dem die höchsten Baumarten wachsen: anspruchsvolle3 Persea indica (Indische Persea) und Ocotea foetens (Stinklorbeer). Der häufigste Baum ist Laurus novocanariensis (Kanaren-Lorbeer), der an verschiedenen Standorten angepasst ist. E. arboreaM. faya -Dickicht kommt auch als eine Pioneergesellschaft nach Abholzung vor4. Fast alle Arten sind immergrün. Die Unterschiede zwischen manchen Arten sind klein, aber es ist relativ einfach zu lernen, die wichtigsten Arten zu identifizieren.

 

Die Jahresmitteltemperatur beträgt ca. 13–14°C und der Jahresniederschlag ca. 600 bis 800 mm 4. Zusätzlich ist der Park in der Wolkenzone der Nordost-Passatwinde; das Kondensationswasser vom Nebel kompensiert den Regenmangel im Sommer und erhöht die jährliche Niederschlagmenge erheblich5. Höhen reichen von etwa 700 m bis 1484 m. Viele Hänge sind steil.

 

Besonders in der deutschsprachigen Literatur wird Garajonay oft als “Urwald” bezeichnet aber echter Primärwald kann nur in schwerzugänglichen Standorten erwartet werden3. Man kann alte gesägte Stümpfe in den Randbereichen sehen. Die Beweidung wurde bis in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts beibehalten und ihre Auswirkung auf den Unterwuchs war erheblich; besonders der südliche Teil des Parks (inkl. die höchste Gipfeln) ist stark degradiert1. Seit mehreren Jahrzehnten hat es aber sehr wenig menschliche Einflüsse gegeben1. Eingeführte Ratten, Mäuse, Kaninchen und Katze sind stark vertreten6.

 

Die meisten Wanderwege sind in der Nähe der Straßen und der Grenzen des Parks. Der Park kann mit dem Bus erreicht werden. Camping ist nicht erlaubt.

                     

Referenzen:

 

1       http://www.parquesnacionalesdecanarias.com

2       Wildpret, W. & Martín, V. E. (1997): Opens external link in new windowLaurel forest in the Canary Island: biodiversity, historical use and conservation. Tropics 6(4): 371–381.

3       Kunkel, G. (1993): Die Kanarischen Inseln und ihre Pflanzenwelt, 3. Ed. Gustav Fischer Verlag.

4       Del-Arco, M. J. et al. (2009): Bioclimatology and climatophilous vegetation of Gomera. Ann. Bot. Fennici 46: 161–191.

5       Izquierdo, T., de las Heras, P. & Márquez, A. (2011): Opens external link in new windowVegetation indices changes in the cloud forest of La Gomera Island (Canary Islands) and their hydrological implications. Hydrol. Process. 25, 1531–1541.

6       Führer des Nationalparks Garajonay und der Insel La Gomera. CNIG.

 

Offizielle Website:

 

http://www.parquesnacionalesdecanarias.com/de/Garajonay/

 

 

Drei über 30 m hohe Persea indica (Indische Persea) -Bäume links, der höchste (mitte) ist 31,7 m. Die andere Bäume sind meistens Laurus novocanariensis (Kanaren-Lorbeer).
Die selbe Persea indica (Indische Persea) -Gruppe wie im Bild 1 (mitte rechts). Der höchste von ihnen ist der Rechte. Die andere Bäume sind meistens Laurus novocanariensis (Kanaren-Lorbeer).
Ungewöhnlich hohe und große Erica arborea (Baum-Heide). Höhe 22,2 m, Umfang 139 cm. Die anderen Bäume: Laurus novocanariensis (Kanaren-Lorbeer, dunkle Rinde) und Persea indica (Indische Persea, helle Rinde).
Ungewöhnlich hohe Ilex canariensis (Kanaren-Stechpalme, mitte). Höhe 21 m.
Kronendach vom Garajonay-Lorbeerwald. Äste von Erica arborea (Baum-Heide), Vordergrund.
Einige Bäume vom Park.