baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Patvinsuo-Nationalpark, Finnland

 

Der Park (105 km²) beinhaltet Moore, ehemalige Wirtschaftsforste und Brandrodungsflächen, aber auch Urwald. Die ältesten Picea abies (Gemeine Fichte) -Bestände wachsen auf Autiovaara und Säästö-Maksimansaari und die ältesten Pinus sylvestris (Waldkiefer) -Bestände auf Hietavaara. Insgesamt gibt es weniger als 10 Baumarten. Es kann schwierig sein, Betula pendula (Hänge-Birke) und B. pubescens (Moor-Birke) zu unterscheiden, aber die anderen Baumarten sind sehr leicht zu identifizieren.

 

Das natürliche durchschnittliche Feuerintervall ist 170–240 Jahre gewesen1. Teile des Waldgebietes hatten jedoch jahrhundertlang ausgedehnte Brandrodungslandwirtschaft². Das Feuer ist manchmal von den Brandrodungsflächen in die umgebenden Urwälder übergegangen: deswegen war das Feuerintervall während der Brandrodungsperiode nur 37–59 Jahre ². Die Waldbrände waren Bodenfeuer von geringer Intensität, die P. abies und Betula vernichtete aber erwachsene P. sylvestris, aufgrund ihrer dicken Borke3, aussparte2. Im 20. Jahrhundert gab es kein Feuer mehr, da die Brandrodung endete und die Brandbekämpfung begonnen wurde². Wenn die Brandbekämpfung fortgesetzt wird, wird der Wald sich zu einer vollständigen P. abies -Dominanz entwickeln². Der Park liegt auf einer Meereshöhe von ca. 145–275 m. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 563 mm und die Jahresmitteltemperatur 2,1°C ².

 

Das Wandern außerhalb der Wanderpfade ist ziemlich leicht, aber stellenweise erschwert von Mooren, moorigen Wäldern und niedrigen Abstürzen. Es gibt auch Wanderpfade durch einige Urwaldflächen. Das Zelten ist im Nationalpark nur auf den gekennzeichneten Plätzen erlaubt.

 

Referenzen:

 

1       Pitkänen, A. et al. (2003): Opens external link in new windowHolocene fire history of middle boreal pine forest sites in eastern Finland. Annales Botanici Fennici Vol. 40, No. 1, pp. 15-33.

2       Lehtonen, H., Huttunen, P. & Zetterberg, P. (1996): Influence of man on forest fire frequency in North Karelia, Finland, as evidenced by fire scars on Scots pines. Annales Botanici Fennici Vol. 33, No. 4, pp. 257-263.

3       Agee, J. K. (1998): Fire and pine ecosystems. In Richardson, D. M. (Ed.): Ecology and Biogeography of Pinus. Cambridge.

 

Offizielle Website:

 

http://www.nationalparks.fi/patvinsuonp

 

Video:

 

https://www.youtube.com/watch?v=x_koRyCmTn0

 

Windwurf in Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald. Auch Pinus sylvestris (Waldkiefer, rötlicher Stamm links), Betula pubescens (Moor-Birke, mitte im Hintergrund mit weißem Stamm) und kleine Sorbus aucuparia (Vogelbeere, rechts). Meereshöhe 170 m.
Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald auf Autiovaara 180 m ü.M. Auch Pinus sylvestris (Waldkiefer, mitte im Hintergrund mit grober Rinde) und Betula pendula (Hänge-Birke, links mit weißem Stamm).
Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald auf Autiovaara 180 m ü.M. Auch tote Populus tremula (Espe, mitte links) und Äste von Sorbus aucuparia (Vogelbeere, rechts).
Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald auf Rauvunvaara 220 m ü.M. Auch Pinus sylvestris (Waldkiefer, rötliche Stämme im Hintergrund) und Betula pendula (Hänge-Birke, rechts im Hintergrund mit weißem Stamm).