baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Durmitor-Nationalpark, Montenegro – Crna Poda


Der
Durmitor-Nationalpark ist das beliebteste Naturziel in Montenegro. Es ist ein bergiges Gebiet bei 7002500 ü.M. Die gewaltige Tara-Schlucht (max. Tiefe 1300 m) liegt im östlichen Teil des Parks. Die Einheimischen behaupten, dass diese nach dem Grand Canyon die zweittiefste Schlucht der Welt ist, aber im Himalaya und in den Anden gibt es eigentlich viel tiefere Schluchten als die beiden erstgenannten.

 

Crna Poda (Meereshöhe 840-940 m) ist eine Terrasse mitten auf einem sehr steilen Hang der Tara-Schlucht. Auf ihrem fast ebenen Gelände hat sich tiefgründiger Boden entwickelt, sodass Pinus nigra (Schwarzkiefer), die sonst auf den Steilhängen verkümmert wächst, einen fantastischen Wald gebildet hat. Schattentolerante1 und Schattentragende Fagus sylvatica (Rotbuche) dringt in den Wald ein und verhindert die Verjüngung von Schattenintoleranter2 P. nigra. Jetzt sieht der Wald aus wie ein gewöhnlicher Fagus-Wald, der eine zusätzliche P. nigra -Überständerschicht hat. Die P. nigra -Bäume sind etwa 400 Jahre alt. Im Jahr 2012 haben Jeroen Philippona*, Michael Spraggon und ich eine 47,4 m hohe P. nigra mit Nikon 550 -Instrumenten Opens external link in new windowgemessen. Dies ist nach unserer Kenntnis die höchste zuverlässig gemessene P. nigra. Crna Poda ist nicht völlig unberührt: einige Stümpfe sind zu sehen. Die Baumartendiversität ist niedrig und die Baumidentifizierung einfach. Es gibt keine Wanderwege, aber der Unterwuchs ist spärlich bis nicht-existent und das Wandern ist leicht. Ein Weg führt durch den Wald. Im Juli 2012 verbrannte ein Waldbrand kleine Teile vom Crna Poda.

 

Anderswo im Nationalpark werden die Wälder als Plenterwald bewirtschaftet und von Rindern beweidet. Es gibt auch das kleine Zminje Jezero Prašumski Rezervat ("Urwaldreservat", Meereshöhe 1500-1600 m), aber trotz des Namens ist dieses kein Urwald: es unterscheidet sich kaum von dem Wald außerhalb des Reservats und es gibt eine Menge von Baumstümpfen, Öffnungen und jungen Wald.

 

Das Zelten ist erlaubt nur auf Campingplätzen (es gibt kein Campingplatz im Crna Poda).

 

* Jeroens Website: bomeninfo.nl/english1.htm

 

Referenzen:

 

1        Lyr, H., Fiedler, H. J. & Tranquillini, W. (1992): Physiologie und Ökologie der Gehölze. Fischer.

2        Debreczy, Z. & Rácz, I. (2012): Opens external link in new windowConifers Around the World. DendroPress.

 

Offizielle Website:

 

http://www.nparkovi.me/sajt/np-durmitor/o-parku


Pinus nigra (Schwarzkiefer, die großen Bäume); Fagus sylvatica (Rotbuche, die kleineren Bäume).
Tara-Schlucht. Crna poda links. Fagus sylvatica (Rotbuche, unten links). Pinus nigra (Schwarzkiefer), hinter F. sylvatica und oben rechts.
Pinus nigra (Schwarzkiefer, die großen Bäume); Acer pseudoplatanus (Berg-Ahorn, links); Prunus avium (Vogel-Kirsche, mitte rechts mit waagrechten Streifen); Fagus sylvatica (Rotbuche, die anderen kleineren Bäume).
47,4 m hohe Pinus nigra (Schwarzkiefer), mitte. Auch Fagus sylvatica (Rotbuche) und oben links Acer pseudoplatanus (Berg-Ahorn) -Blätter.
Pinus nigra (Schwarzkiefer).
Acer platanoides (Spitzahorn). Auch Pinus nigra (Schwarzkiefer), im Hintergrund.
Fraxinus excelsior (Gemeine Esche) im Fagus sylvatica (Rotbuche) -Wald.
Tara-Schlucht. Crna Poda in der Mitte.
Einige Bäume vom Crna Poda.