baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

©2017copyright christoph hase

Clayoquot-Sound-Biosphärenreservat, British Columbia, Kanada - Flores Island

 

Flores Island (160 km2) liegt an der Westküste der Vancouver Island im Clayoquot Sound. Sie kann von Tofino aus mit einem Wassertaxi "Ahousat Pride" erreicht werden. Die größten Urwaldgebiete auf der Vancouver Island finden sich im Clayoquot Sound1. Nach langen Rechtsstreitigkeiten über ihr Schicksal sind 6474 km2 vor künftigen Abholzungen geschützt2, obwohl nur kleine Fragmente einen offiziellen Schutzstatus erreicht haben. 41 km2 der Flores Island bilden einen Teil des Flores Island Marine Provincial Parks. Die Bezeichnung des Biosphärenreservats (3499 km2) war rein symbolisch und führte nicht zu zusätzlichen Schutzgebieten3.

 

Der einzige Wanderweg auf der Insel heißt "Walk the Wild Side". Er läuft entlang der Sandstrände der südlichen Seite der Insel; dort, wo er von Klippen unterbrochen wird, biegt er landeinwärts durch den Wald ab. Das Wandern im Wald außerhalb des Wanderwegs ist extrem schwierig. Als Folge der häufigen Stürme vom dem Pazifik ist das Kronendach verhältnismäßig offen, was zusammen mit milden (Jahresmitteltemperatur ca. 9°C) und feuchten (Jahresniederschlag ca. 3.300 mm) Klima, zu einer hohen und dichten Strauchschicht führt. Zusätzlich liegen die gefallenen Baumstämme durcheinander auf dem Waldboden und sie sind GROSS. Der Niederschlag ist sehr hoch vor allem im Winter, aber die Sommer sind trockener (Niederschlag von Juni bis August beträgt ca. 300 mm).

 

Die Region gehört zur Zone der gemäßigten Regenwälder der Pazifischen Nordwesten mit massiven Nadelbäumen. In der Nähe der Strände sind die Wälder von Picea sitchensis (Sitka- Fichte) dominiert. Zwischen dem Strand und dem P. sitchensis -Wald gibt es oft einen schmalen Alnus rubra (Rot-Erle) -Band. Die beide können die salzige Gischt vertragen4 5. Weiter landeinwärts sind die Hauptbaumarten Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne), Abies amabilis (Purpur-Tanne), Picea sitchensis und Thuja plicata (Riesen-Lebensbaum). Alnus rubra wächst entlang der Flüsse. Die Vielfalt der Baumflora ist eher bescheiden, aber besonders Picea sitchensis und Thuja plicata erreichen immense Dimensionen. Die meisten Arten sind leicht zu identifizieren.

 

Hinweis: Wenn Sie nach der Stille der Wildnis suchen, ist dies nicht der beste Ort in der Ferienzeit: die "Szenischen Flüge", die den ganzen Tag über von Tofino starten, sind sehr laut!

 

Referenzen:

 

1       Ancient Forest Alliance.

2       Eifert, L. 2000: Field Guide to Old-Growth Forests. Sasquatch Books.

3       DellaSala, D. A. et al. (2011): Temperate and Boreal Rainforests of the Pacific Coast of North America. In DellaSala, D. A. (Ed.): Temperate and Boreal Rainforests of the World. Island Press.

4       Hibbs, D. E., De Bell, D. S. & Tarrant, R. F. (Eds.) 1994: The biology and management of red alder. Oregon State University.

5       Griffith, R. S. 1992: Opens external link in new windowPicea sitchensis. In: Fire Effects Information System. U.S. Department of Agriculture.

 

Offizielle Website:

 

http://clayoquotbiosphere.org/web/


Abies amabilis (Purpur-Tanne) - Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne) - Thuja plicata (Riesen-Lebensbaum) -Wald.
Küstenwald meistens mit Picea sitchensis (Sitka-Fichte).
Schmaler Alnus rubra (Rot-Erle) -Saum zwischen dem Ufer und dem Picea sitchensis (Sitka-Fichte) -Wald.
Zwei Thuja plicata (Riesen-Lebensbaum), beide mit epiphytischen Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne) auf ihren linken Seiten.
Picea sitchensis (Sitka-Fichte), mit 2 kleinen Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne).
Picea sitchensis (Sitka-Fichte). Abies amabilis (Purpur-Tanne) im Hintergrund.
Abies amabilis (Purpur-Tanne) -Bestand, mit einer grossen Picea sitchensis (Sitka-Fichte) im Hintergrund (schreg nach rechts).
Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne).
Pinus contorta var. contorta (Küsten-Kiefer).
Alnus rubra (Rot-Erle).
Malus fusca (Oregon-Wildapfel).
Crataegus douglasii (Oregon-Weißdorn) an der Küste.
Einige Bäume von den Tieflandwäldern.