baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Pyhä-Häkki-Nationalpark, Finnland


Der Park (13 km2) ist größtenteils ohne erkennbare menschliche Störungen1. Damit ist er der größte Urwald vom südlichen Finnland.

 

Vor der modernen Brandbekämpfung war das Feuerintervall in Mittelfinnland etwa 50 bis 120 Jahre 2. Der letzte Waldbrand im Park war im Jahr 1921 1. Allerdings hatten diese Waldbrände überwiegend menschlichen Ursprung; besonders im Zeitraum, der am Ende 1500 begann und um 1850 endete, war das Feuerintervall wesentlich kürzer als der natürliche, der etwa 200 bis 500 Jahre war3. Die natürlichen Brände waren meistens Bodenfeuer und der Wald hat sich in kleinen Lücken verjüngt, wie zum Beispiel im Gegensatz zu West-Sibirien und Zentralkanada (siehe Opens internal link in current windowPrince-Albert-Nationalpark), wo die großen Kronenfeuer dominieren4.

 

Pinus sylvestris (Waldkiefer) und Picea abies (Gemeine Fichte) dominieren. P. sylvestris ist vorhanden überall vom Moor zu den trockensten Standorten; sie ist der trockentoleranteste und nährstoffstresstoleranteste von den borealen Baumarten Eurasiens5 und die dicke Rinde der großen Individuen schützt sie vor den Waldbränden4. Auf den trockenen Böden behält er seine Dominanz, aber in Abwesenheit von den Waldbränden dringt feuer-intolerante und schattentolerante5 P. abies auf den feuchteren Böden ein. Die dunklen P. abies -Bestände bilden einen starken Kontrast zu den lichten P. sylvestris -Beständen. Die anderen großen Baumarten des Parks sind Betula pendula (Hänge-Birke), B. pubescens (Moor-Birke), Populus tremula (Espe) und auf einigen nassen Standorten Alnus glutinosa (Schwarz-Erle). Es kann schwierig sein, B. pendula und B. pubescens zu unterscheiden, aber die anderen Baumarten sind sehr leicht zu identifizieren.

 

Der Park liegt auf einer Meereshöhe von ca. 160 bis 190 m. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 600 mm und die Jahresmitteltemperatur 2,5°C. Das Wandern außerhalb der Wanderpfade ist sehr leicht, abgesehen von den Mooren. Das Zelten ist im Park nicht erlaubt, aber außerhalb der Parkgrenzen möglich wie überall in Finnland, Schweden und Norwegen.

 

Referenzen:

 

1       Pyhä-Häkin kansallispuisto. Metsähallitus.

2       Parviainen, J., Päivinen, R., Uuttera, J. & Varmola, M. (1999): Finland. In Parviainen, J. et al. (Eds.): Research in Forest Reserves and Natural Forests in European Countries. EFI Proceedings No. 16, 1999.

3       Keto-Tokoi, P. & Kuuluvainen, T. (2010): Suomalainen aarniometsä. Maahenki.

4       Shorohova, E., Kneeshaw, D., Kuuluvainen, T. & Gauthier, S. (2011): Opens external link in new windowVariability and Dynamics of Old-Growth Forests in the Circumboreal Zone: Implications for Conservation, Restoration and Management. Silva Fennica 45(5).

5       Nikolov, N & Helmisaari, H. (1992): Silvics of the circumpolar boreal forest tree species. In Shugart, H. H. et al. (Eds.): A Systems Analysis of the Global Boreal Forest, 1384. Cambridge.

 

Offizielle Website:

 

http://www.nationalparks.fi/en/pyha-hakkinp

 

Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald. Auch Populus tremula (Espe, am linken Rand) und tote Betula sp. (Birke, weißer Stamm links). Meereshöhe 170 m.
Der höchste und holzreichste Bestand des Parks mit Pinus sylvestris (Waldkiefer, mit grober unteren Rinde und rötlicher oberen Rinde) und Picea abies (Gemeine Fichte), beide bis 35 m hoh. Auch strauchartigen Sorbus aucuparia (Vogelbeere). Meereshöhe 170 m.
Wald auf trockenem Boden mit Pinus sylvestris (Waldkiefer, im Vordergrund und die rötlichen Stämme im Hintergrund), Picea abies (Gemeine Fichte, mit dunklen Nadeln) und Betula pendula (Hänge-Birke, mit weißer Rinde). Meereshöhe 175 m.
Kotajärvi bei 165 m. Pinus sylvestris (Waldkiefer) -Wald. Links auch Picea abies (Gemeine Fichte); rechts auch kleine Betula pubescens (Moor-Birke).
Pinus sylvestris (Waldkiefer) -Wald bei 175 m, der sich nach einem Waldbrand im Jahr 1855 verjüngt hat. Auch kleine Picea abies (Gemeine Fichte), rechts.
Der größte Baum des Parks, Pinus sylvestris (Waldkiefer) mit Namen "Iso puu", gekeimt 1518, jetzt tot.
Einer von den größten lebenden Bäumen des Parks, Pinus sylvestris (Waldkiefer). Auch kleine Sorbus aucuparia (Vogelbeere), links.
Mooriger Wald mit Alnus glutinosa (Schwarz-Erle, dunkle Stämme), Betula pubescens (Moor-Birke, weiße Stämme), Picea abies (Gemeine Fichte, am rechten Rand) und Pinus sylvestris (Waldkiefer, rötliche Stämme im Hintergrund) bei 165 m.
Alnus incana (Grau-Erle), im Vordergrund. Auch Pinus sylvestris (Waldkiefer, links) und Picea abies (Gemeine Fichte, rechts).
Betula pubescens (Moor-Birke) im Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald bei 165 m.
Betula pendula (Hänge-Birke) im Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald.
Bestand von Betula pendula (Hänge-Birke, 2., 4. und 5. Stamm vom links) und Populus tremula (Espe, die anderen grauen Stämmen) bei Kotajärvi. Auch Picea abies (Gemeine Fichte, im Hintergrund) und strauchartigen Juniperus communis (Gemeiner Wacholder). Meereshöhe 165 m.
Salix caprea (Sal-Weide) im Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald.
Bach mit Namen Kotapuro bei 164 m. Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald. Auch weiße Betula pubescens (Moor-Birke) und strauchartigen Sorbus aucuparia (Vogelbeere, mitte) und Frangula alnus (Faulbaum, rechts).
Moor mit Namen Kotaneva bei 165 m. Im Hintergrund der gleichaltrige Pinus sylvestris (Waldkiefer) -Wald vom Bild 5.
Alle Baumarten des Parks.