baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Daintree-Nationalpark, Queensland, Australien

 

Dieser berühmte Park (1200 km2) enthält das größte tropische Regenwaldgebiet in Australien. Der Park ist in zwei Teile geteilt: der nördliche Teil besteht aus Küste und Küstengebirge und der südliche Teil aus einer Gebirgsregion weiter entfernt von der Küste. Der Park ist hauptsächlich unzugänglich - es gibt keine Pfade und die Hänge sind steil. Der Park ist ein Teil des UNESCO-Weltnaturerbe Wet Tropics of Queensland. Obwohl fast alle zugänglichen Regenwälder vor der Gründung des UNESCO-Weltnaturerbe selektiv abgeholzt wurden1, hat es keinen Holzschlag für Wanderfeldbau gegeben, da die australischen Ureinwohner keine Bauern waren2.

 

Die Baumflora der ganzen Region Wet Tropics besteht aus mehr als tausend Arten3; die größte Vielfalt bilden kleine Bäume4. 40-166 Baumarten pro Hektar können gefunden werden4 5 6; dies entspricht den globalen Mittelwert für tropischen Regenwald7. Die Artbestimmung ist anspruchsvoll aber es gibt einen ausgezeichneten Bestimmungsführer3. Die floristische Zusammensetzung an verschiedenen Standorten, auch innerhalb dem gleichen Waldtyp, kann sehr unterschiedlich sein8, so dass die Wälder nicht nur durch die Artenzusammensetzung klassifiziert werden.können9. Zu den häufigsten Regenwaldbaumgattungen vom Daintree-Nationalpark gehören Syzygium und Lindsayomyrtus (Myrtaceae), Cryptocarya und Endiandra (Lauraceae) sowie Elaeocarpus (Elaeocarpaceae)5 10 11. Gelegentlich kann eine einzige Art lokale Dominanz erreichen, z.B. Opens internal link in current windowLindsayomyrtus racemoides hier und da bei niedrigen Höhen. Würgefeigen (Ficus spp.) sind häufig. Sie gehören zu den "Schlüsselarten" überall in den tropischen Regenwäldern, da verschiedene Ficus spp. Obst das ganze Jahr hindurch bieten12. Opens internal link in current windowXanthostemon chrysanthus ist häufig entlang von Wasserläufen. Flecken von feuerabhängigem Wald, zusammengesetzt von Bäumen wie Corymbia intermedia und Eucalyptus tereticornis, erscheinen in der ganzen Region; die Grenzen zwischen diesen Flecken und geschlossenen Regenwald sind scharf, häufig mit einem Ökoton von nur wenigen Metern13. Gut entwickelter Mangrovenwald erscheint an den Mündungen der Flüsse und in geschützten Buchten14.

 

Tropische Zyklone (= Hurrikane) sind die wichtigsten intensiven Störungen und wenige Gebiete vom Regenwald in Queensland entgehen einem Sturmschaden mehr als 40 Jahre15. Die mit Zyklonen verbundene Niederschlagintensität in diesem Gebiet gehört zu den weltweit höchsten. Es gibt weniger Regentage aber höhere durchschnittliche tägliche Intensitäten als in den meisten anderen tropischen Regenwäldern. Die hohen Regenintensitäten – zusammen mit einer niedrigen Unterbodendurchlässigkeit16 und steilen Hängen – führen zu global außergewöhnlichen Oberflächenabflussvolumen (sogar mehr als 50% des Volumens eines einzelnen Sturms), die wiederum zu erheblichen Nährstoffauswaschungen führen.17 Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei ca. 2000–4000 mm, aber trotzdem gibt es eine ziemlich trockene Periode von mehreren Monaten im "Winter"14. Damit können nur wenige feuchtere Standorte, z. B. das Cape-Tribulation-Gebiet in Daintree-Nationalpark, als "Feuchter Regenwald" definiert werden; der Großteil vom Wet Tropics ist besser als "Immergrüner Saison-Regenwald definiert7. An der Küste beträgt die Jahresmitteltemperatur ca. 25°C 14 und die Wintertemperaturen sind etwa gleichhoch wie die Sommertemperaturen im mitteleuropäischen Tiefland.

 

Reichlich vorhandene verwilderte Schweine sind ein großes Problem. Ihre Ausgrabungen kann man überall sehen. Wegen der Unzugänglichkeit der Wälder ist es sehr schwierig ihre Population zu kontrollieren.18

 

Das Wandern abseits der Wanderpfade ist ziemlich schwierig. Die Zyklonschäden an den Kronenständen führen zu einem dichten Gewirr von dornigen Rattanpalmen (Calamus spp.)15. Außerdem weist der Park größtenteils eine steile Topographie auf. Jedoch auf ebenem Gelände unter einem geschlossenen Kronenstand ist das Wandern leicht. Beachten Sie, dass es trotz der Behauptungen auf den Webseiten sowohl des Parks als des Weltnaturerbes, nur einen mehrtägigen Wanderpfad im Daintree-Nationalpark gibt und auch dieser fast unbenutzt und schlecht markiert ist. Das Personal des Parks ist nicht bereit, Genehmigungen für Zelten außerhalb der ausgewiesenen Plätze zu geben. Längere Wanderungen sind in benachbarten Gebieten, z.B. in Opens internal link in current windowMonkhouse Timber Reserve, möglich.


Referenzen:

 

1       Stork, N. E. (2005): The Theory and Practice of Planning for Long-Term Conservation of Biodiversity in the Wet Tropics Rainforests of Australia. In Bermingham, E., Dick, C. W. & Moritz, C. (Eds.): Tropical Rainforests, Past, Present, and Future. The University of Chicago Press.

2       Flood, J. (1995): Archaeology of the dreamtime. Angus and Robertson.

3       Hyland, B. P. M., Whiffin, T., Christophel, D. C., Gray, B. & Elick, R. W. (2003): Australian Tropical Rain Forest Plants. Trees, Shrubs and Vines. CSIRO. CD-ROM.

4       Nicholson, D. I., Henry, N. B. & Rudder, J. (1988): Stand changes in north Queensland rainforests. Proc. Ecol. Soc. Aust. 15: 6180.

5       Laidlaw, M., Kitching, R., Goodall, K., Small, A. & Stork, N. (2007): Temporal and spatial variation in an Australian tropical rainforest. Austral Ecology 32, 10-20.

6       Connell, H. C., Debski, I., Gehring, C. A., Goldwasser, L., Green, P. T., Harms, K. E., Juniper, P. & Theimer, T. C. (2005): Dynamics of Seedling Recruitment in an Australian Tropical Rainforest. In Bermingham, E., Dick, C. W. & Moritz, C. (Eds.): Tropical Rainforests, Past, Present, and Future. The University of Chicago Press.

7       Richards, P. W. (1996): The Tropical Rain Forest. Cambridge.

8       Hilbert, D. W. (2008): The Dynamic Forest Landscape of the Australian Wet Tropics: Present, Past and Future. In Stork, N. E. & Turton, S. M. (Eds.): Living in a Dynamic Tropical Forest Landscape. Blackwell.

9       West, P. W., Stocker, G. C. & Unwin, G. L. (1988): Environmental relationships and floristic and structural change in some unlogged tropical rainforest plots of north Queensland. Proc. Ecol. Soc. Aust. 15: 49–60.

10   Graham, A. W. (Ed.) 2006: The CSIRO Rainforest Permanent Plots of North Queensland: Site, Structural, Floristic and Edaphic Descriptions. Cooperative Research Centre for Tropical Rainforest Ecology and Management.

11    http://www.derm.qld.gov.au/

12   Laman, T. G. (2004): Strangler fig trees: Demons or heroes of the canopy. In Lowman, M. D. & Rinker, H. B. (Eds.): Forest Canopies, second edition. Elsevier.

13   Warman, L. (2011): Opens external link in new windowTwo systems or one? Vegetation dynamics in Australia’s Wet Tropics. Thesis submitted for the degree of Doctor of Philosophy. University of New South Wales.

14   Tracey, J. G. (1982): The Vegetation of the Humid Tropical Region of North Queensland. CSIRO.

15   Adam, P. (1992): Australian Rainforests. Oxford.

16   Bonell, M., Cassells, D. S. & Gilmour, D. A. (1983): Vertical soil water movement in a tropical rainforest catchment in northeast Queensland. Earth Surf. Proc. Landf. 8: 253–73.

17   Bonell, M. & Callaghan, J. (2008): The Synoptic Meteorology of High Rainfalls and the Storm Run-off response in the Wet Tropics. In Stork, N. E. & Turton, S. M. (Eds.): Living in a Dynamic Tropical Forest Landscape. Blackwell.

18   Congdon, B. C. & Harrison, D. A. (2008): Vertebrate Pests of the Wet Tropics Bioregion: Current Status and Future Trends. In Stork, N. E. & Turton, S. M. (Eds.): Living in a Dynamic Tropical Forest Landscape. Blackwell.

 

Offizielle Websites:

 

http://www.nprsr.qld.gov.au/parks/daintree/

 

http://www.wettropics.gov.au/


Syzygium wesa, links mit rötlichem Stamm; Aceratium megalospermum, mitte rechts, mit stark geriffeltem Stamm; der große Baum in der Mitte (nicht identifiziert) hat eine Würgefeige (Ficus sp.); der helle Stamm zwischen S. wesa und der Feige ist Medicosma fareana. Meereshöhe 420 m.
Der große Baum ist Ficus virens (Bengalische Würgefeige); davor ist Lindsayomyrtus racemoides (der dünne Stamm mit Laub). Meereshöhe 120 m.
Ficus virens (Bengalische Würgefeige) hat seinen Wirtsbaum zu Tode gewürgt. Junge Lindsayomyrtus racemoides -Bäume im Vordergrund.
Argyrodendron peralatum. Meereshöhe 160 m.
Lindsayomyrtus racemoides, Vordergrund. Meereshöhe 15 m.
Xanthostemon chrysanthus dominiert Flussufer; der große X. chrysanthus, mitte, hat einen epiphytischen Schefflera actinophylla (Queensland-Strahlenaralie) auf seinem unteren Stamm. Meereshöhe 10 m.
Der zweite Stamm von rechts mit Laub links ist Rockinghamia angustifolia.
Lepidozamia hopei.
Mesua larnachiana, eine von den häufigeren kleinen Baumarten.
Rhodamnia sessiliflora.
Syzygium hedraiophyllum.
Dinosperma stipitatum.
Steganthera australiana.
Mangrovenwald mit Bruguiera gymnorhiza (der große Baum mit "Knien", links), Xylocarpus granatum (mitte Vordergrund, mit gelblicher Rinde) und Heritiera littoralis (mit Brettwurzeln, rechts).
Hibiscus tiliaceus (Lindenblättriger Eibisch) am Rand von Mangrovenwald.
Pandanus tectorius zwischen Mangrovenwald und Flusskies.
Rhizophora mucronata -Mangrovenwald nah von offenem Wasser.