baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Olympic-Nationalpark, Washington, USA


Der Olympic-Nationalpark (3733 km2) ist bekannt für seine unberührten gemäßigten Regenwälder und schneebedeckten Berge. Die Meereshöhen reichen von 0 bis 2432 m. Der Park besteht aus zwei Teilen: einem schmalen Streifen entlang der Pazifikküste und einem östlich von diesem liegenden großen bergigen Gebiet. Einige der größten bekannten Baumindividuen von vielen Arten wurden in diesem Park gefunden: Thuja plicata (Riesen-Lebensbaum), Pseudotsuga menziesii var. menziesii (Küsten-Douglasie), Picea sitchensis (Sitka-Fichte), Cupressus nootkatensis (Alaska-Zeder), Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne), Abies grandis (Küsten-Tanne), Abies amabilis (Purpur-Tanne) und Picea engelmannii (Engelmann-Fichte) 1.

 

Die Wälder des westlichen Nordamerikas sind einzigartig unter den feuchten gemäßigten Regionen der Welt, da auch die Tieflandwälder dort fast völlig von Nadelbäumen dominiert sind. Dies wurde oft durch das heutige Klima begründet: sehr milde Winter und relativ trockene Sommer beide begünstigen immergrüne Nadelbäume über die sommergrünen Laubbäume. Die Nadelbäume können während der Trockenheit (Sommer) effektiver als Laubbäume assimilieren und sie können auch ihre Assimilation fast über den ganzen milden Winter fortzusetzen. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass nicht einmal die Sommer an den westlichen Hängen von den Olympic Mountains wirklich trocken sind, obwohl die meisten Niederschläge im Herbst, Winter und Frühling fallen: in den westlichen Tälern fallen ca. 250 mm Regen in den Sommermonaten (Juni-August). Der anhaltende Nebel erhöht weiter den "Niederschlag" im Sommer.2 Die jährlichen Mengen sind ca. 2300 mm direkt an der Küste, 3000–3600 mm in den westlichen Tälern3 und bis 6000 mm entlang der Westflanke vom Mt. Olympus4. Die Jahresmitteltemperatur an der Küste beträgt ca. 10°C.

 

Es gibt etwa 25 Baumarten im Park5, die meisten sind leicht zu identifizieren. In der Küstenebene sind die häufigsten Baumarten Tsuga heterophylla und Thuja plicata. Unmittelbar hinter den Stränden wachsen vor allem Picea sitchensis und Alnus rubra (Rot-Erle). In den westlichen Tälern weiter von der Küste entfernt dominieren P. sitchensis und T. heterophylla sowohl in dichtem Wald als in den Gebieten mit sehr offenem Kronendach und einem Unterholz vom undurchdringlichen ein paar Meter hohen Acer circinatum (Weinblatt-Ahorn) -Dickicht. In diesen Gebieten ist die Nadelbaumverjüngung im Wesentlichen auf gefallenen Stämmen beschränkt und es wurde überlegt, dass die Ursache der offenen Wälder eine unzureichende Zahl von diesen liegenden Stämmen ist6. A. rubra -Bestände sind häufig entlang von Flüssen. Die Hänge sind dominiert an der Westseite von T. heterophylla und A. amabilis sowie an der trockeneren Ostseite, wo Waldbrände eine wichtige natürliche Störung sind, von T. heterophylla und Pseudotsuga menziesii. Tsuga mertensiana (Berg-Hemlocktanne) ist weit verbreitet in der Nähe der Baumgrenze.

 

Zusätzlich zu den A. circinatum - und Vaccinium -Dickichten machen auch gefallene Baumriesen und viele Steilhänge das Wandern außerhalb der Wanderwege langsam. Das Zelten ist überall im Park erlaubt bis auf einige vielbesuchte Parkteile.

 

Referenzen:

 

1       Van Pelt, R. (2001): Forest Giants of the Pacific Coast. Global Forest Society.

2       Franklin, J. F. & Dyrness, C. T. (1988): Natural Vegetation of Oregon and Washington. Oregon State University Press.

3       Kirk, R. (2001): The Olympic Rain Forest, an Ecological Web. University of Washington Press.

4       Van Pelt, R. (2007): Opens external link in new windowIdentifying Mature and Old Forests in Western Washington. Washington State Department of Natural Resources.

5       Latham, R. E. & Ricklefs, R. E. (1993): Opens external link in new windowGlobal patterns of tree species richness in moist forests: energy-diversity theory does not account for variation in species richness. Oikos 67: 325-33.

6       Franklin. J. F. & Hemstrom, M. A. (1981): Aspects of Succession in the Coniferous Forests of the Pacific Northwest. In West, D. C., Shugart, H. H. & Botkin D. B. (Eds.): Forest Succession. Concepts and Application. Springer.

 

Offizielle Website:

 

http://www.nps.gov/olym


Picea sitchensis (Sitka-Fichte) -Wald an der Küste.
Picea sitchensis (Sitka-Fichte) -Bestand nördlich vom Quinault-See. Die Bäume hinter den großen P. sitchensis sind Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne).
Picea sitchensis (Sitka-Fichte, der große Baum, mitte); Pseudotsuga menziesii var. menziesii (Küsten-Douglasie, der große Baum links im Hintergrund); Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne, benadelte Äste); Acer circinatum (Weinblatt-Ahorn, Sträucher links und rechts). Meereshöhe 280 m.
Pseudotsuga menziesii var. menziesii (Küsten-Douglasie) -Bestand auf steilem Hang 300 m ü.M.
Alnus rubra (Rot-Erle) -Wald auf alluvialer Ebene 275 m ü.M.
South Fork Hoh River, Meereshöhe 275 m. Entlang des Flusses Alnus rubra (Rot-Erle), hinter dieser Picea sitchensis (Sitka-Fichte) - Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne) -Wald.
South Fork Hoh River, Meereshöhe 250 m. Entlang des Flusses dominiert Alnus rubra (Rot-Erle) die Pioniervegetation; hinter dieser Picea sitchensis (Sitka-Fichte) - Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne) -Wald.
Meereshöhe 250 m. Entlang des Flusses dominiert Alnus rubra (Rot-Erle) die Pioniervegetation; hinter dieser Picea sitchensis (Sitka-Fichte) - Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne, mit hängenden Spitzen) -Wald.
South Beach. Kleine verkümmerte Picea sitchensis (Sitka-Fichte) im Vordergrund.
Picea sitchensis (Sitka-Fichte) dringt in Alnus rubra (Rot-Erle) -Wald ein. Meereshöhe 275 m.
Populus trichocarpa (Westliche Balsam-Pappel). Hinter dieser Picea sitchensis (Sitka-Fichte).
Alnus rubra (Rot-Erle, links); Populus trichocarpa (Westliche Balsam-Pappel, mitte); Picea sitchensis (Sitka-Fichte, links im Hintergrund und rechts). Meereshöhe 275 m.
Teilweise trockener South Fork Hoh River. Links Alnus rubra (Rot-Erle) -Wald und die Populus trichocarpa (Westliche Balsam-Pappel) vom Bild 12 (die hohe Laubbaumkrone umgeben von Picea sitchensis (Sitka-Fichte)).
Acer macrophyllum (Oregon-Ahorn).
Acer circinatum (Weinblatt-Ahorn) -Dickicht im offenen Wald.
Offener Wald, Meereshöhe 250 m. Picea sitchensis (Sitka-Fichte, große Stämme); Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne, Nadelbäume mit dichtbenadelten Ästen); Acer circinatum (Weinblatt-Ahorn, Sträucher).
Schattiger Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne) -Wald. Meereshöhe 300 m.
Großer Thuja plicata (Riesen-Lebensbaum) auf einem Hang; Tsuga heterophylla (Westamerikanische Hemlocktanne), benadelte Äste rechts. Meereshöhe 250 m.
Salix sitchensis.
Sambucus racemosa subsp. pubens (Stinkender Holunder).
Einige Laubbäume der westlichen Täler. S. callicarpa = S. racemosa subsp. pubens (Stinkender Holunder).