baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Urho-Kekkonen-Nationalpark, Finnland

 

Dies ist der zweitgrößte (2550 km2) Nationalpark in Finnland. Die Meereshöhen reichen von 113 m bis 718 m. Die Jahresniederschlagsmenge beträgt 400 bis 500 mm und die Jahresmitteltemperatur in tieferen Lagen ca. -1°C. Ein großer Teil des Parks ist oberhalb der Waldgrenze, aber der Park enthält auch ausgedehnte Pinus sylvestris (Waldkiefer) - und Betula pubescens (Moor-Birke) -Wälder und im Südosten Picea obovata (Sibirische Fichte) -Wälder. Die Wälder sind niedrig und offen, aber die zahlreichen grauen toten Bäume, die Krüppelkiefern und die offenen Aussichte haben ihre eigene Schönheit. Die Baumartendiversität ist niedrig und die meisten Arten sind leicht zu identifizieren. P. obovata hat eine sehr schmale Krone und die lokale Varietät der Kiefer, P. sylvestris var. lapponica, hat auch eine schmale Krone1. Die schmalen Kronen steigern die Effizienz der Lichtaufnahme bei den niedrigen Sonnenwinkeln2 und reduzieren die Schneelasten3. Anders als in vielen anderen borealen Regionen, bildet ein Laubbaum, B. pubescens, anstatt der Nadelbäume in Fennoskandinavien die Baumgrenze wegen des ozeanischen Klimas4. In den höheren Lagen ist B. pubescens hauptsächlich die Varietät pumila (Fjell-Birke), in den niedrigen Lagen var. pubescens und vielfältige Hybridschwärme kommen dazwischen vor. Die Varietät pumila ist durch die Hybridisierung zwischen var. pubescens und (Zwerg-)Strauch Betula nana (Zwerg-Birke) entstanden5. Dank der von B. nana vererbten Eigenschaften ist diese baumartige Birke an die harten Bedingungen Lapplands gut anpasst6. Andere Regionen, in denen Betula die Waldgrenze erreicht, sind z.B. die Ostküste Asiens (siehe Opens internal link in current windowShiretoko-Nationalpark), der nördliche Ural, der Himalaya und der Kaukasus (siehe Opens internal link in current windowLagodekhi-Naturreservat); Alaskas Alnus viridis subsp. sinuata (Grün-Erle) -Bestände sind auch ökologisch homolog6.

 

Der Park ist ein beliebtes Wanderziel aber so groß, dass Naturruhe in den abgelegenen Teilen garantiert ist. Das Unterholz ist spärlich und es ist im Allgemeinen sehr leicht abseits der Wanderwege zu wandern; es gibt auch viele Wanderrouten. Das Parkgebiet wird auch für die Beweidung von großen Rentierherden genutzt, das eine deutlich negative Auswirkung auf die Flechten der trockeneren Wälder hat. Das freie Zelten ist in den abgelegenen Gebieten erlaubt, und es gibt auch kostenfreie Wildnishütten. Im Juli können die Mücken sehr ärgerlich sein.

 

Referenzen:

 

1       Hämet-Ahti, L., Palmén, A., Alanko, P. & Tigerstedt, P. M. A. (1992): Suomen puu- ja pensaskasvio. Dendrologian Seura.

2       Kuuluvainen, T. (1992): Tree architectures adapted to efficient light utilization: is there a basis for latitudinal gradients? Oikos 65: 275-284.

3       Petty, J. A. & Worrell, R. (1981): Stability of coniferous tree stems in relation to damage by snow. Forestry 54: 115-128.

4       Sirois, L. (1992): The transition between boreal forest and tundra. – In Shugart, H. H. et al. (Eds.) A System Analysis of the Global Boreal Forest. Cambridge.

5       Väre, H. (2001): Mountain birch taxonomy and floristics of mountain birch woodlands. – In Wielgolaski, E (Ed.): Nordic Mountain Birch Ecosystems. Man and the biosphere series Vol. 27. UNESCO-Paris and The Parthenon Publishing Group.

6       Juhanoja, S. (1995): Opens external link in new windowMonimuotoinen tunturikoivu. Sorbifolia 26(4).

 

Offizielle Website:

 

http://www.nationalparks.fi/en/urhokekkonennp

 

Pinus sylvestris (Waldkiefer) -Wald.
Betula pubescens var. pumila (Fjell-Birke) -Wald. Auch Picea obovata (Sibirische Fichte), rechts im Hintergrund.
Pinus sylvestris (Waldkiefer) -Wald entlang des Suomujoki (Meereshöhe 160 m).
Betula pubescens var. pumila (Fjell-Birke) und Pinus sylvestris (Waldkiefer). Am kleinen See (Pikku Luirojärvi, Meereshöhe 321 m) Picea obovata (Sibirische Fichte) -Bestand.
Paratiisikuru (Meereshöhe 400 m). Auf dem Hang Betula pubescens var. pumila (Fjell-Birke).