baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Gutulia-Nationalpark, Norwegen

 

Der Park (23 km2) direkt an der schwedischen Grenze umfasst einen der größten fast unberührten Wälder Norwegens. Im Osten grenzt der Park an das größere Långfjället-Naturreservat von Schweden. Es wird erwähnt, der Park sei „Urwald“ 1 2, aber hier und da sieht man alte gesägte Stümpfe und Stämme. Der Wald zeigt jedoch die klassischen Merkmale eines Naturwaldes, wie alte Bäume und reichlich stehende und gefallene abgestorbene Bäume. Der Wald hat sich meistenteils nach dem letzten großen Waldbrand in den 1860er Jahren verjüngt, aber es gibt auch viel ältere Pinus sylvestris (Waldkiefer) -Bäume, die die Waldbrände überlebt haben. Der Wald hat fast unberührt die Holznutzung überstanden, da der Holztransport früher schwierig war3. Der Park wird aber immer noch für die Beweidung von Rentieren genutzt.

 

Die Meereshöhen erreichen 615 bis 949 m (Gutulivola). Der Wald ähnelt einem viele hundert Kilometer nördlicheren Tieflandwald. Offener P. sylvestris -Wald ist der vorherrschende Typ. Feuchte Standorte werden von dunklen Picea abies (Gemeine Fichte) -Beständen bedeckt. Hier in den Bergen hat P. abies schmale Kronen wie P. obovata (Sibirische Fichte) im Norden. Krummwüchsige Betula pubescens var. pumila (Fjell-Birke) ist auch ziemlich reichlich vorhanden. Hier fehlen die hohen Betula-Bäume, selbst in den niedrigsten Lagen. Andere Baumarten sind selten. Insgesamt gibt es etwa 10 Baumarten, die sehr leicht zu identifizieren sind. Die höchsten Bäume sind ca. 30 m hohe P. abies in den niedrigsten Lagen. Im Gegensatz zu Nord-Fennoscandia (siehe Opens internal link in current windowUrho-Kekkonen-Nationalpark) erreichen Betula nicht höhere Lagen als die Nadelbäume. Als Einzelbaum erreicht P. sylvestris die größte Meereshöhe, eigentlich den Gipfel von Gutulivola. Einzelne P. abies und B. pubescens erreichen etwa 900 m. In höheren Lagen gibt es reichlich Hangmoore. Die Hänge sind sanft, und die Berge (Fjells) ähneln denen in Lappland.

 

Es gibt nur einen markierten Wanderpfad auf den niedrigsten Meereshöhen, aber Rentierpfade gibt es viel. Das Wandern außerhalb der Wanderpfade ist ziemlich leicht, obwohl der Waldboden eher steinig ist. Das Zelten ist im gesamten Park frei.

 

Referenzen:

 

1       http://www.miljodirektoratet.no

2       Schmidt-Vogt, H. (1991): Die Fichte, Band II/3. Verlag Paul Parey.

3       Gutulia National Park, Pers. Mitteilung (2018).

 

Offizielle Website:

 

http://www.miljodirektoratet.no/no/Tema/Verneomrader/Norges-nasjonalparker/Gutulia/


Der Park mit Pinus sylvestris (Waldkiefer) -dominierter Wald hinter dem Gutulisjöen (See).
Niedermoor am Gutua-Fluss 660 m ü.M. Pinus sylvestris (Waldkiefer).
Picea abies (Gemeine Fichte) -Moor 670 m ü.M. Auch Pinus sylvestris (Waldkiefer) mit gefurchter Rinde und der tote Baum rechts.
Picea abies (Gemeine Fichte) -Wald 680 m ü.M. Auch Pinus sylvestris (Waldkiefer) hinter der großen P. abies mitte links. Auf Waldboden meistens Vaccinium myrtillus (Heidelbeere).
Trockenerer Wald mit Pinus sylvestris (Waldkiefer) und ein paar Picea abies (Gemeine Fichte) mit dichter Benadelung 680 m ü.M. Auf Waldboden Vaccinium myrtillus (Heidelbeere) und Vaccinium vitis-idaea (Preiselbeere).
Niedermoor mit Pinus sylvestris (Waldkiefer) und einige kleine Picea abies (Gemeine Fichte) 770 m ü.M. Im Hintergrund hohe P. abies.
Hangmoor. Im Wald Pinus sylvestris (Waldkiefer) und Betula pubescens var. pumila (Fjell-Birke).
Betula pubescens var. pumila (Fjell-Birke) und Pinus sylvestris (Waldkiefer) an der Waldgrenze. Im Hintergrund auch einige Picea abies (Gemeine Fichte).
Der höchstgelegene Betula pubescens var. pumila (Fjell-Birke) -Hain 890 m ü.M. Strauchartige Juniperus communis (common juniper).
Die höchstgelegene baumförmige 3 m hohe Pinus sylvestris (Waldkiefer) 946 m ü.M. In der Kräuterschicht Empetrum nigrum (Schwarze Krähenbeere) und dunklere Betula nana (Zwerg-Birke).
Nach Nordosten vom Gipfel Gutulivolas. Der See ist Valsjoen. Die Fjells im Hintergrund sind im schwedischen Långfjället-Naturreservat.