baumzaehlen - Urwälder & ihre Bäume

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Baiuvi-dupki-Dzhindzhiriza-Naturreservat, Bulgarien

 

Das Baiuvi-dupki-Dschindschiriza-Reservat (29 km2) gehört zum Pirin-Nationalpark. Das Reservat ist auch ein UNESCO-Biosphärenreservat und der Pirin-Nationalpark ein UNESCO-Weltnaturerbe. Nur ein Teil des Reservats ist Urwald; besonders in niedrigeren Lagen sind Spuren von früheren Nutzungseingriffen – wie einige gesägte Stumpfe – zu sehen. Die Meereshöhen erreichen 1160 m bis 2821 m (Baiuvi dupki). Die Hänge sind überwiegend steile Nordhänge.

 

Eine der Hauptinteressen für Dendrologen liegt in der Nadelbaumvielfalt des Reservats (und des Parks), vor allem in Pinus (Kiefern). Neun Nadelbaumarten in einem Reservat ist recht viel im europäischen Kontext: Pinus sylvestris (Waldkiefer), Pinus nigra (Schwarzkiefer), Pinus peuce (Rumelische Kiefer), Pinus heldreichii (Schlangenhaut-Kiefer), Pinus mugo (Bergkiefer), Picea abies (Gemeine Fichte), Abies alba (Weiß-Tanne), Juniperus communis (Gemeiner Wacholder) und Taxus baccata (Europäische Eibe). Sie können wenigstens sieben von den genannten Arten auf einen Blick um Sie herum sehen. P. peuce und P. heldreichii sind in Südosteuropa endemisch; die letztere ist ein Pionierbaum, dessen Konkurrenzkraft noch niedriger ist als die von P. nigra und P. sylvestris 1, aber sie weist eine hohe Anpassungsfähigkeit auf und kann deswegen auf sehr schwierigen Standorten wachsen2. P. peuce hat eine höhere Konkurrenzkraft als P. nigra und P. sylvestris (aber niedrigere als A. alba, P. abies und Fagus sylvatica (Rotbuche)) 1. Der Herbivorendruck ist niedrig; das zeigt die Verjüngung von A. alba und die Existenz von T. baccata, die zu einer Rarität in den mitteleuropäischen Wäldern geworden ist. Die Laubbaumvielfalt ist vergleichbar mit den anderen Regionen Südosteuropas.

 

Einige markierte Wanderwege führen durch das Reservat.

 

Referenzen:

 

1       Mayer, H. (1986): Europäische Wälder. Gustav Fischer Verlag.

2       Morgante, M. & Vendramin, G. G. (2008): Pinus leucodermis. In Schütt, P. et al. (Eds.): Lexikon der Nadelbäume. Nikol.

 

Offizielle Website:

 

http://www.pirin-np.com/

 

Video:

 

https://www.youtube.com/watch?v=IvCSuWN9pw8


Pinus nigra (Schwarzkiefer) -Bestand. Auch Abies alba (Weiß-Tanne) -Jungbäume.
Pinus nigra (Schwarzkiefer) -Bestand. Auch zwei Pinus sylvestris (Waldkiefer, rötliche Stämme links). Jungwuchs von Fagus sylvatica (Rotbuche) und Abies alba (Weiß-Tanne).
Abies alba (Weiß-Tanne) -dominierter Wald. Auch Pinus nigra (Schwarzkiefer, rechts), Picea abies (Gemeine Fichte, größerer Baum, mitte) und Fagus sylvatica (Rotbuche, Jungbäume).
Abies alba (Weiß-Tanne) und Fagus sylvatica (Rotbuche).
Acer heldreichii (Griechischer Ahorn). Hintergrund: Abies alba (Weiß-Tanne) und Fagus sylvatica (Rotbuche).
Pinus peuce (Rumelische Kiefer). Auch Abies alba (Weiß-Tanne) und Fagus sylvatica (Rotbuche).
Pinus heldreichii (Schlangenhaut-Kiefer). Auch Abies alba (Weiß-Tanne, links) und Fagus sylvatica (Rotbuche, rechts).
Taxus baccata (Europäische Eibe). Hintergrund: Abies alba (Weiß-Tanne) und Fagus sylvatica (Rotbuche).
Sämlinge von Pinus peuce (Rumelische Kiefer, Mitte), Abies alba (Weiß-Tanne, unten rechts) und Fagus sylvatica (Rotbuche, oben rechts). Langer Zapfen von P. peuce und kürzerer von Pinus nigra (Schwarzkiefer).
Einige Laubbäume vom Reservat.
Ein Teil des Reservats.